Back to the roots! Andreas Herbst ist zurück im Rennfieber!

Back to the roots! Andreas Herbst ist zurück im Rennfieber!

Ein Beitrag seiner Eindrücke des diesjährigen Jizerska50, den er gemeinsam mit Stefan Lambrecht gelaufen ist.

„15 Jahre hat es gedauert, um meinen zwölften 50iger im Isergebirge zu laufen. Lange habe ich gezögert, aber als es dann doch auf die lange Runde bis Klein-Iser gehen sollte, gab es kein Halten mehr. Viele Erinnerungen kamen hoch, waren es doch immer beeindruckende Wochenenden mit meinem Vater und Skifreunden aus Dresden im Isergebirge. Auch diesmal, ohne meinen Vater, dessen Startnummer ich übernahm, versprach es ein geniales Wochenende zu werden. Die 700 km Autobahn verflogen gefühlt im Nu, das gemeinsame Team-Abendessen mit Barbara, Michael, Stefan und unserem Zipps-Freund Michael ließ die Fahrt dann schnell vergessen. Die 3 Teamer hatten da schon das erste sehr erfolgreiche Skating-Rennen im verschneiten Winterwald hinter sich gebracht. Ja, sowas gibt es auch im Winter 2019/2020. Für die Klassikstrecken wurde getüftelt, welches Wachs das Optimum bringt.

Samstag die Kurzstrecke für Barbara und Michael, bei nicht einfachen Wachsbedingungen dennoch ein tolles Rennen bei Sonnenschein und herrlichster Winterlandschaft. Sonntag dann der lange Kanten für Stefan und mich aus der 2 bzw. 3 Welle. Profi-Damen, Herren  und die Läufer aus dem Klub der Meister (mehr als 30 Teilnahmen am Iserlauf) starteten zuerst und wurden live vom Helikopter auf die Videowand übertragen.  Die armen Profis: mußten sie doch die von meiner Uhr gemessenen 850 Anstiegs-Höhenmeter beim wie ich finde schwerste Klassikrennen in Europa durchschieben.

Wieder lacht die Sonne, das Startfeld setzt sich in Wellen in Bewegung und der Schnee veränderte sich so wie im Isergebirge üblich von Meter zu Meter. Nach den ersten staugeplagten Kilometern gab es überwiegend nur die schnelle Mittelspur, Spur rechts war langsam und Spur links vom Kamera-Skidoo der Vismagruppe zerfahren. Mein Fellski lief super schnell mit dem Waxtipp von Skiwachse Lehmann, hatte sich doch die Spur wie schon zu Hause erwartet, glasig umgewandelt. Der ab 900 Metern vorrätige Pulverschnee verlangsamte jedoch den Ski, der Kerl wurde schwächer denn die ersten 25 km gab es für mich immer wieder im erweiterten Klæbo-Stiel (ohne Stockeinsatz) Überholvorgänge zwischen den Spuren, bei denen ich auch Stefan unwissentlich überholte.

In Klein Iser lief er dann neben mir und  wir liefen gut 5 km zusammen. Immer wieder schweifte der Blick – das Isergebirge hatte mich wieder, nur diesmal sah es so anders aus, waren die Bäume vor 15 Jahren doch nicht viel größer als ich.  Ich suchte die Bilder der Vergangenheit vergeblich. Nach dem Smedava-Anstieg verlor ich Stefan aus den Augen und kämpfte allein gegen den aufkommenden Wind, bevor es dann auf dem langen Ziehweg zum Hrebinek ging, der Ski wieder Fahrt gewann und ich die letzten Kilometer wieder Positionen am letzten Anstieg gutmachte – technisch sauber flog ich diagonal regelrecht hinauf, die Schieber links liegen lassend. Motiviert in die Zielabfahrt – keiner konnte mich  mehr einholen und auch auf der Zielgeraden schob ich eine für mich untypisch hohe Frequenz – die Steigwachsfreien Mitläufer kamen nicht mehr vorbei und ich überglücklich ins Ziel.

Tolles Mannschaftsergebnis: Schlussendlich trennten Stefan und mich zehn Sekunden“.